Warum tut meine Hand beim Häkeln weh? Was kann ich ändern?

Handschmerzen beim Häkeln entstehen meistens durch einen zu festen Griff um Häkelnadel und Garn, eine zu straffe Fadenspannung, dünne harte Häkelnadeln, eine abgeknickte Handhaltung oder lange Häkelsitzungen ohne Pausen. Lockere deinen Griff, probiere einen dickeren oder gepolsterten Griff aus, halte dein Handgelenk gerade und mache kurze, regelmäßige Pausen. Taubheitsgefühle, Kribbeln oder anhaltende Schmerzen solltest du ärztlich abklären lassen.
Diese Seite ersetzt keine ärztliche Beratung
Die folgenden Tipps sind einfache, risikoarme Änderungen an deiner Handhaltung und am Umgang mit deinen Werkzeugen. Sie stammen aus Empfehlungen von Gesundheitsdiensten, Arthritis-Organisationen, Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten sowie Häkellehrkräften. Sie können nicht feststellen, wodurch deine Schmerzen verursacht werden. Wenn die Schmerzen stark sind, nicht nachlassen oder zusammen mit einem der weiter unten genannten Warnzeichen auftreten, höre mit dem Häkeln auf und wende dich an eine Ärztin oder einen Arzt, eine Physiotherapeutin oder einen Physiotherapeuten oder an eine Hand- beziehungsweise Ergotherapie.
Beschwerde, wahrscheinliche Ursache und Änderung
Suche die Zeile heraus, die am besten zu dir passt. Ändere immer nur eine Sache auf einmal, damit du erkennst, was dir hilft.
| Was du bemerkst | Wahrscheinliche Ursache | Was du ändern kannst |
|---|---|---|
| Hand und Finger schmerzen nach einer Häkelsitzung; die Finger verkrampfen sich um die Häkelnadel | Du hältst die Häkelnadel und das Garn zu fest | Halte die Häkelnadel nur so fest, dass du sie sicher kontrollieren kannst. Lass das Garn mit leichtem Widerstand durch die Finger laufen, statt es einzuklemmen |
| Die Häkelnadel lässt sich nur schwer in die Maschen stechen; das Häkelstück ist steif; die Hand ermüdet schnell | Die Fadenspannung ist zu fest, deshalb braucht jede Masche mehr Kraft | Ziehe jede neue Schlinge auf den dicksten Teil des Schafts der Häkelnadel. Verwende eine größere Nadelstärke oder ein dehnbareres Garn (siehe zu feste oder zu lockere Fadenspannung) |
| Fingerkuppen oder Daumen schmerzen; die Häkelnadel drückt in die Hand | Der dünne, harte Griff der Häkelnadel muss mit den Fingern fest eingeklemmt werden | Verwende eine Häkelnadel mit dickerem, gepolstertem oder gummiertem Griff oder verbreitere den Griff selbst |
| Das Handgelenk schmerzt | Das Handgelenk bleibt lange abgeknickt | Halte das Handgelenk gerade, also weder nach unten noch nach hinten abgeknickt. Lass Unterarm und Ellbogen mehr der Bewegung übernehmen |
| Nacken, Schultern oder Unterarme sind verspannt | Du sitzt krumm, Rücken oder Arme werden nicht gestützt oder du musst dich nach dem Häkelstück strecken | Setze dich auf einen stützenden Stuhl, halte die Schultern locker und die Ellbogen nah am Körper. Halte das Häkelstück nah bei dir, damit du dich nicht danach strecken musst |
| Die Hände schmerzen nach einer großen Decke | Du hältst das Gewicht des Häkelstücks | Lege den fertigen Teil auf ein Kissen auf deinem Schoß, ein Polster oder eine Armlehne |
| Die Schmerzen nehmen zu, je länger du häkelst | Lange Häkelsitzungen mit immer gleichen kleinen Bewegungen | Mache kürzere, dafür häufigere Pausen und führe dabei eine andere Bewegung aus |
| Taubheitsgefühle, Kribbeln, nächtliches Aufwachen, schwacher Griff oder ein Finger, der klickt oder steif hängen bleibt | Das ist kein Technikproblem, das du allein lösen solltest | Höre auf zu häkeln und lass dich ärztlich untersuchen (siehe unten) |
Stiftgriff oder Messergriff: Was tut weniger weh?
Beim Halten einer Häkelnadel gibt es zwei verbreitete Möglichkeiten. Beim Stiftgriff hältst du die Häkelnadel wie einen Stift. Beim Messergriff liegt die Hand über der Häkelnadel, ähnlich wie beim Halten eines Messers zum Schneiden. Beide Varianten sind richtig. Häkellehrkräfte sind sich einig, dass es nicht nur eine korrekte Haltung gibt: Richtig ist der Griff, mit dem du bequem häkeln kannst.
Es ist nicht nachgewiesen, dass einer der beiden Griffe bei empfindlichen Händen besser ist. Manche Häklerinnen und Häkler bekommen bei einem Griff schneller Krämpfe als beim anderen. Wenn deine Hand schmerzt, kannst du den jeweils anderen Griff an einem kleinen Probestück ausprobieren. Halte die Häkelnadel in jedem Fall locker und lass die ganze Hand, das Handgelenk und den Unterarm die Bewegung gemeinsam ausführen, statt nur mit den Fingerspitzen zu arbeiten.
Häkelnadeln und Griffe
Eine dünne Häkelnadel aus Metall oder Kunststoff ist für kurze Häkelsitzungen völlig in Ordnung. Sie kann jedoch Finger und Handgelenke belasten, besonders wenn du sie fest hältst. Ein dickerer Griff muss weniger stark zusammengedrückt werden. Mögliche Optionen:
- Eine Häkelnadel mit gepolstertem, gummiertem oder ergonomisch geformtem Griff oder ein fertiger Griffaufsatz.
- Ein selbst vergrößerter Griff: Umwickle den Griff mit Klebeband oder forme Modelliermasse beziehungsweise Schaumstoffschlauch (Rohrisolierung) darum.
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Garn und Fadenspannung
Wie fest du das Garn hältst, ist genauso wichtig wie dein Griff um die Häkelnadel. Bei zu festen Maschen entsteht bei jeder Masche mehr Widerstand, und die Hände ermüden schneller. Wenn deine Maschen sehr fest sind, lockere die Führung des Garns um deine Finger, ziehe jede neue Schlinge auf den Schaft der Häkelnadel und verwende bei Bedarf eine größere Nadelstärke oder ein dehnbareres beziehungsweise dickeres Garn für Übungsprojekte. Wenn dir das Führen des Garns um die Finger unangenehm ist, kannst du einen Fadenspannungsring an einem Finger ausprobieren.
Körperhaltung, Unterstützung und Pausen
Setze dich auf einen Stuhl, der deinen Rücken stützt. Eine zu weiche Sitzfläche kann dazu führen, dass du zusammensinkst. Halte die Schultern locker und die Ellbogen nah am Körper. Sorge für ausreichend Licht, damit du deine Maschen sehen kannst, ohne dich nach vorne zu beugen. Stütze das Häkelstück zum Beispiel auf einem Kissen auf deinem Schoß ab, damit deine Hände nicht das Gewicht einer Decke halten müssen. Die Empfehlungen zum Auflegen der Arme unterscheiden sich: Ein Therapie-Merkblatt des NHS empfiehlt Armlehnen oder eine stützende Unterlage, damit die Arme ruhig liegen. Eine Handtherapie-Praxis warnt dagegen, dass das Auflegen der Arme auf einem Tisch oder auf Stuhllehnen Druck auf Nerven ausüben kann. Wenn deine Finger kribbeln, während deine Arme auf etwas aufliegen, ändere deine Position.
Unterbrich lange Häkelsitzungen. Kürzere, häufigere Pausen sind besser als eine einzige lange Pause. Wechsle während der Pause die Bewegung: Stehe auf, gehe ein wenig umher oder dehne Hände und Handgelenke vorsichtig – aber nur so weit, wie es angenehm ist. Eine Ergotherapeutin empfiehlt Menschen mit Handarthrose, alle 30 bis 45 Minuten drei bis fünf Minuten aufzustehen, umherzugehen oder sich zu dehnen. Häkle nicht trotz Schmerzen weiter, nur um eine Runde fertigzustellen.
Wann solltest du ärztliche Hilfe suchen?
Höre mit dem Häkeln auf und wende dich an eine Ärztin oder einen Arzt oder erkundige dich nach Physiotherapie oder Handtherapie, wenn du eines dieser Symptome bemerkst:
- Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Ameisenlaufen in den Fingern, der Hand oder im Handgelenk.
- Schmerzen oder Kribbeln, die dich nachts aufwecken oder nachts stärker werden.
- Schwäche: ein schwacher Daumen oder ein schwächerer Griff als gewöhnlich.
- Ein Finger oder Daumen, der klickt, hängen bleibt, gebeugt steif bleibt und dann plötzlich wieder gerade springt, oder morgens steif ist.
- Schwellung, Rötung, Steifheit oder Schmerzen bei Druck auf die betroffene Stelle.
- Starke Schmerzen oder Schmerzen nach einer Verletzung.
- Schmerzen, die anhalten oder nicht besser werden, obwohl du deine Häkeltechnik und Haltung verändert hast.
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Häufig gestellte Fragen
Ist es normal, dass meine Hand beim Häkeln schmerzt?
Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten empfehlen, Schmerzen als Signal zu sehen, etwas zu verändern, statt sie einfach auszuhalten. Lockere deinen Griff, überprüfe deine Fadenspannung, mache Pausen und probiere einen dickeren Griff. Wenn die Schmerzen nicht nachlassen oder Taubheitsgefühle beziehungsweise Kribbeln auftreten, solltest du dich ärztlich untersuchen lassen.
Welcher Häkelgriff ist bei Handschmerzen besser: Stiftgriff oder Messergriff?
Es ist nicht nachgewiesen, dass einer der beiden Griffe besser ist. Beide sind korrekte Möglichkeiten, eine Häkelnadel zu halten. Wenn deine Hand bei einem Griff verkrampft, probiere den anderen an einem kleinen Probestück aus und verwende den Griff, bei dem du die Häkelnadel locker halten kannst.
Helfen ergonomische Häkelnadeln wirklich?
Ein dickerer, gepolsterter oder gummierter Griff bedeutet, dass du die Häkelnadel nicht so stark einklemmen oder zusammendrücken musst. Deshalb werden vergrößerte Griffe von Arthritis-Organisationen und Therapie-Merkblättern des NHS empfohlen. Du kannst den Griff einer gewöhnlichen Häkelnadel auch mit Klebeband, Modelliermasse oder Schaumstoffschlauch verbreitern.
Wie oft sollte ich beim Häkeln eine Pause machen?
Kürzere, häufigere Pausen sind besser als eine einzige lange Pause. Einen wissenschaftlich belegten festen Zeitplan gibt es nicht. Eine Ergotherapeutin empfiehlt, alle 30 bis 45 Minuten drei bis fünf Minuten aufzustehen, umherzugehen oder sich zu dehnen. Höre früher auf, sobald deine Hand zu schmerzen beginnt.
Kann Häkeln ein Karpaltunnelsyndrom verursachen?
Gesundheitsdienste nennen wiederholte Bewegungen von Hand und Handgelenk als einen Risikofaktor für ein Karpaltunnelsyndrom. Nur eine Ärztin oder ein Arzt kann jedoch feststellen, wodurch deine Beschwerden verursacht werden. Taubheitsgefühle, Kribbeln oder nächtliche Schmerzen solltest du ärztlich abklären lassen.
Warum schmerzen meine Finger beim Amigurumi-Häkeln stärker?
Beim Amigurumi-Häkeln werden eine kleine Häkelnadel und feste Maschen verwendet, was mehr Kraft erfordert. Verwende für die dichte Struktur weiterhin die kleine Nadel, probiere aber einen dickeren Griff, eine lockerere Fadenführung und häufigere Pausen aus.
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