Warum hat mein Amigurumi Löcher und Lücken?

Löcher entstehen bei Amigurumis, wenn die Maschen für das verwendete Garn zu locker sind oder zu viel Füllwatte das Häkelstück auseinanderzieht. Am schnellsten hilft eine kleinere Häkelnadel, häufig 0,5–1 mm kleiner als auf der Garnbanderole empfohlen. Mit der Yarn-Under-Technik, unsichtbaren Abnahmen, einer gleichmäßigen Fadenspannung und weniger Füllwatte lassen sich die meisten übrigen Lücken schließen.
7 Lösungen – in dieser Reihenfolge ausprobieren
- Eine kleinere Häkelnadel verwendenNimm eine um 0,5 mm kleinere Häkelnadel und häkle einen kleinen Probekreis. Wechsle bei Bedarf weiter nach unten, bis du beim vorsichtigen Dehnen nicht mehr durch das Häkelstück hindurchsehen kannst. Bei Worsted-Garn eignet sich häufig eine Häkelnadel Stärke 3,5, bei DK-Garn meist Stärke 2,5–3.
- Yarn Under statt Yarn Over ausprobierenBei einer normalen festen Masche holst du den Faden für die erste Schlaufe mit der Yarn-Over-Methode von oben. Bei Yarn Under führst du die Häkelnadel stattdessen für diese erste Schlaufe unter dem Faden entlang und fasst ihn von unten. Zum Beenden der Masche holst du den Faden wie gewohnt von oben. Dadurch werden die Maschen kleiner und fester.
- Unsichtbare Abnahmen häkelnBei einer normalen Abnahme werden zwei vollständige Schlaufen geholt, wodurch häufig eine kleine Lücke entsteht. Die unsichtbare Abnahme wird nur durch die vorderen Maschenglieder von zwei Maschen gearbeitet. So liegt sie flach an und schließt die Lücke.
- Auf eine gleichmäßige Fadenspannung achtenLöcher treten oft stellenweise dort auf, wo dein Griff lockerer geworden ist. Ziehe jede Schlaufe auf dieselbe Höhe und achte darauf, dass die Schlaufe auf der Häkelnadel nicht größer wird, bevor du die Masche beendest.
- Nicht zu fest ausstopfenZu viel Füllwatte zieht die Maschen auseinander, sodass die weißen Fasern sichtbar werden. Nimm etwas Füllwatte heraus, bis die Oberfläche wieder glatt aussieht. Hier erfährst du, wie du Amigurumi richtig ausstopfst.
- Zunahmen kontrollierenEine locker gehäkelte Zunahme kann an ihrer Basis ein kleines Loch hinterlassen. Häkle beide festen Maschen der Zunahme fest in dieselbe Masche.
- Ein geeigneteres Garn wählenGlattes, fest verzwirntes Baumwoll- oder Acrylgarn ergibt ein dichtes Häkelstück. Sehr weiche, flauschige oder locker verzwirnte Garne lassen sich schwerer fest verhäkeln. Weiße Füllwatte ist durch dunkles Garn außerdem stärker zu sehen. Bei dunklen Häkeltieren müssen die Maschen deshalb besonders dicht sein.
Yarn Over und Yarn Under unterscheiden
| Yarn Over (Standard) | Yarn Under | |
|---|---|---|
| Erste Schlaufe | Die Häkelnadel wird über den Faden geführt und fasst ihn von oben | Die Häkelnadel wird unter den Faden geführt und fasst ihn von unten |
| Maschenbild | V-förmige Maschen | Kleinere, X-förmige Maschen |
| Häkelstück | Weicher und etwas lockerer | Dichter, fester und mit weniger Lücken |
| Neigung der Spirale | Deutlicher sichtbare Neigung | Geringere Neigung |
Nur beim ersten Fadenholen ändert sich die Technik. Das abschließende Fadenholen, bei dem der Faden durch beide Schlaufen gezogen wird, ist bei beiden Methoden gleich. Bleibe bei einem Häkeltiere durchgehend bei derselben Methode, da sich die Maschen optisch unterscheiden und sich auch die Größe leicht verändern kann.
Wo Löcher besonders häufig entstehen
- An Zunahmen. Besonders in den ersten Runden sind sie gut sichtbar. Häkle die Zunahmen fest.
- An Abnahmen. Normale Abnahmen hinterlassen kleine Lücken. Wechsle deshalb zu unsichtbaren Abnahmen.
- An Sicherheitsaugen. Der Stift kann die Maschen auseinanderdrücken. Setze ihn zwischen die Maschen und verwende eine kleinere Häkelnadel.
- An Nähten. Ziehe beim Annähen der Teile jeden Stich gut fest. Hier erfährst du mehr über das Annähen von Amigurumi-Teilen.
- Am Ende des Häkelstücks. Schließe die letzte Öffnung, indem du den Faden durch die vorderen Maschenglieder der letzten Runde führst und fest zusammenziehst.
Ein schneller Test vor dem Start
Häkle einen Fadenring und anschließend drei oder vier Runden mit Zunahmen. Fülle das kleine Schälchen mit einer Prise Füllwatte und drücke mit dem Daumen darauf. Wenn du zwischen den Maschen Füllwatte siehst, wechsle die Häkelnadel oder das Garn, bevor du mit dem eigentlichen Häkeltier beginnst. Der Test dauert nur wenige Minuten und kann dir ein ganzes Projekt retten.
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Häufig gestellte Fragen
Wie häkle ich gleichmäßige Maschen ohne Löcher?
Verwende eine Häkelnadel, die 0,5–1 mm kleiner ist als auf der Banderole des Garns empfohlen. Halte das Garn bei jeder Masche gleich, damit deine Fadenspannung gleichmäßig bleibt, und ziehe jede Schlinge dicht an die Häkelnadel. Beim Häkeln von Amigurumi kannst du die „Yarn-under“-Methode ausprobieren, unsichtbare Abnahmen statt normaler Abnahmen häkeln und die Füllwatte fest einfüllen, ohne das Häkelstück zu stark zu dehnen. Häkle ein paar Proberunden, bevor du mit dem Häkeltiere beginnst: Wenn du Licht durch das Häkelstück sehen kannst, nimm eine kleinere Häkelnadelstärke.
Welche Häkelnadel verhindert Löcher im Amigurumi?
Dafür gibt es keine allgemeingültige Größe. Beginne mit einer Häkelnadel, die 0,5–1 mm kleiner ist als auf der Garnbanderole empfohlen, und häkle eine Probe. Viele verwenden für Worsted-Garn ungefähr Stärke 3,5 und für DK-Garn Stärke 2,5–3.
Wird ein Amigurumi mit Yarn Under kleiner?
Ja, ein wenig. Die Maschen werden etwas kürzer und fester. Dadurch kann das Häkeltier etwas kleiner ausfallen als in der Anleitung angegeben.
Warum sehe ich weiße Füllwatte durch mein Amigurumi?
Entweder ist das Häkelstück zu locker oder zu viel Füllwatte zieht die Maschen auseinander. Verwende eine kleinere Häkelnadel und stopfe das Amigurumi etwas weniger fest aus.
Sollte ich ein Amigurumi auf links häkeln?
Nein. Die rechte Seite mit den gleichmäßigen V-Maschen sollte nach außen zeigen. Wenn du das Amigurumi auf links häkelst, verursacht das zwar keine Löcher, verändert aber das Aussehen des Häkelstücks.
Kann ich Löcher nach dem Fertigstellen schließen?
Kleine Lücken kannst du von außen mit farblich passendem Garn zusammennähen. Bei größeren Löchern ist es meist besser, das Teil mit einer kleineren Häkelnadel neu zu häkeln.
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